Kaum ein Thema wird derzeit so stark diskutiert wie der Einsatz von KI. Auch für Archive ist die Nutzung von künstlicher Intelligenz von zunehmender Bedeutung. Während vor allem größere Archive, so auch die Landesarchivverwaltung, schon erste Projekte auf den Weg gebracht haben und Erfahrungen sammeln, stehen andere oft noch am Anfang ihrer Überlegungen. Grund genug, Chancen und Möglichkeiten des Einsatzes von KI – nach der gemeinsamen, internationalen Tagung mit dem Bundesarchiv im Juni 2025 – auch auf die Agenda des Archivtags Rheinland-Pfalz / Saarland 2026 zu nehmen.
Als Hausherrin begrüßte Dr. Beate Dorfey die mehr als 70 Teilnehmenden, bevor Dr. Heiko Maus, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, die Reihe der Vorträge eröffnete und unter dem Titel „Wissensgraphen in der Praxis“ aufzeigte, wie durch die Vernetzung von Daten aus unterschiedlichen Systemen eine verbesserte Recherchierbarkeit erreicht werden kann. Inhalt des Vortrags von Martin Vogel, Niedersächsisches Landesarchiv, der auch schon bei der Fachtagung 2025 vertreten war, war die Nutzung von KI im Archivalltag durch Datenstrukturierung und lokale Anwendung mehrerer kleinerer, spezialisierter KI-Modelle. Dr. Julia Krämer-Riedel, Historisches Archiv der Stadt Köln, stellte „Die Digitale Rekonstruktion und Software-unterstützte Formierung Kölner Fragmente“ als einen Workflow zur Wiederherstellung von beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2009 beschädigten Archivguts vor.
Die Workshops im Anschluss, die von der Referentin/den Referenten des Vormittags geleitet wurden und der Vertiefung der behandelten Problemstellungen dienten, boten Gelegenheit für weiterführende Fragen und fachlichen Austausch.
Archivtag: KI in Archiven und historischer Forschung

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